Impfplan für Hunde nach Alter: Welpe bis Senior

· von Nicolás Bruno · 5 Min. Lesezeit

Impfplan für Hunde nach Alter: Welpe bis Senior

Ein durchdachter Impfplan für Hunde nach Alter schützt vor schweren, mitunter tödlichen Infektionskrankheiten. Die genauen Termine legt man am besten gemeinsam mit der Tierarztpraxis fest. Vor allem im ersten Lebensjahr stehen mehrere Termine an, denn der Schutz durch die mütterlichen Antikörper baut sich Woche für Woche ab. Später richten sich die Auffrischungen nach Impfstoff, Lebensweise, geplanten Reisen und dem Gesundheitszustand des Hundes.

Warum das Alter beim Impfplan wichtig ist

Welpen kommen ohne ein fertig ausgereiftes Immunsystem zur Welt. In den ersten Wochen bekommen sie über die Muttermilch Antikörper, die sie vor bestimmten Erregern bewahren. Dieser sogenannte Nestschutz hält aber nicht ewig an, und genau das ist das Problem: Solange er noch wirkt, kann er auch verhindern, dass eine Impfung richtig anschlägt.

Deshalb reicht bei einem Welpen niemals eine einzelne Spritze. Mehrere Impfungen in festen Abständen erhöhen die Chance, dass das Immunsystem irgendwann genau im richtigen Fenster reagiert und einen eigenen Schutz aufbaut.

Bei erwachsenen Hunden geht es dann eher um die Auffrischung einer bereits vorhandenen Immunität. Bei Senioren wiederum spielen chronische Erkrankungen, laufende Medikamente und die allgemeine Belastbarkeit eine große Rolle bei der Entscheidung, was und wann geimpft wird.

Impfplan für Welpen

Der genaue Zeitplan kann je nach Land, Impfstoffhersteller und tierärztlicher Einschätzung variieren. In Deutschland orientieren sich die meisten Praxen an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet).

Ab der 8. Lebenswoche

Bei den meisten Welpen startet die Grundimmunisierung etwa in der achten Woche. Üblich sind Impfungen gegen:

Vor jedem Impftermin sollte der Welpe kurz durchgecheckt werden. Fieber, Durchfall, Parasiten oder ein auffällig schlappes Verhalten können durchaus Grund genug sein, den Termin um ein paar Tage zu verschieben.

Mit 12 Wochen

Rund vier Wochen später steht meist der nächste Termin der Grundimmunisierung an. Die wichtigsten Impfungen werden dabei erneut verabreicht. In diesem Alter wird oft auch die Tollwutimpfung möglich und sinnvoll.

Tollwut kommt bei Haustieren in Deutschland zum Glück selten vor, bleibt aber eine der gefährlichsten Krankheiten überhaupt. Wer mit dem Hund innerhalb der EU verreist, braucht eine gültige Tollwutimpfung im EU-Heimtierausweis, meist als Pflichtnachweis an der Grenze. Wichtig dabei: Die Impfung gilt erst nach der vorgeschriebenen Wartezeit, nicht ab dem Spritzentag selbst.

Mit 16 Wochen oder später

Ein weiterer Termin nach der 16. Woche ist besonders wichtig, vielleicht sogar der entscheidende. Zu diesem Zeitpunkt sind die mütterlichen Antikörper in der Regel so weit abgesunken, dass der Körper zuverlässig eigenen Schutz aufbauen kann.

Ein Fehler, der immer wieder passiert: die Welpenserie zu früh abbrechen. Ein Hund, der nur ganz früh geimpft wurde, kann trotz mehrerer Termine eine echte Schutzlücke haben, ohne dass man es ihm ansieht. Halten Sie sich deshalb konsequent an die Termine, die Ihre Praxis vorschlägt.

Mit etwa 15 Monaten

Nach der Welpenserie folgt häufig noch eine Auffrischung im Alter von ungefähr 15 Monaten. Sie rundet die Grundimmunisierung ab und legt die Basis für die längeren Impfintervalle, die im Erwachsenenalter üblich sind.

Impfungen für erwachsene Hunde

Bei einem erwachsenen Hund muss keineswegs jedes Jahr jede Impfung aufgefrischt werden. Wie lange der Schutz hält, hängt vom Erreger und vom konkreten Impfstoff ab. Maßgeblich ist letztlich, was im Impfpass oder EU-Heimtierausweis vermerkt ist.

Die sogenannten Core-Impfungen gelten für praktisch jeden Hund als unverzichtbar:

Bei Staupe, Parvovirose und Hepatitis sind nach abgeschlossener Grundimmunisierung, je nach Präparat, oft mehrjährige Abstände möglich, manchmal sogar bis zu drei Jahre. Gegen Leptospirose wird dagegen meist jährlich aufgefrischt, weil der Schutz kürzer anhält und es verschiedene Erregertypen gibt.

Alle weiteren Impfungen richten sich nach dem persönlichen Risiko des jeweiligen Hundes:

Ein Stadthund, der nur kurze Runden um den Block dreht und kaum anderen Hunden begegnet, braucht wahrscheinlich einen anderen Plan als ein Jagdhund, ein Hund, der öfter in der Pension ist, oder einer, der jedes Jahr mit an den Gardasee fährt.

Impfplan für ältere Hunde

Ein Seniorhund bekommt nicht automatisch weniger Impfungen, nur weil er älter geworden ist. Das Ansteckungsrisiko bleibt bestehen, und schwere Infektionen verlaufen im Alter oft sogar heftiger.

Vor jeder Impfung sollte die Tierärztin oder der Tierarzt den Allgemeinzustand genau prüfen. Relevant sind unter anderem Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen, Tumore sowie Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen können.

Ist der Hund stabil und fit, läuft der bestehende Impfplan meist einfach weiter. Bei einem schwer kranken oder geschwächten Tier kann die Praxis den Termin verschieben oder einzelne Impfungen anders priorisieren. Am Ende zählt eine individuelle Abwägung von Nutzen und Risiko, nicht ein pauschales “lieber nicht mehr impfen”.

Was Hundehalter vor und nach der Impfung beachten sollten

Bringen Sie zum Termin unbedingt den Impfpass oder EU-Heimtierausweis mit. Und erzählen Sie der Praxis, wenn Ihr Hund kürzlich krank war, gerade Medikamente nimmt oder nach früheren Impfungen ungewöhnlich reagiert hat, das kann für die Entscheidung wichtig sein.

Nach der Impfung dürfen die meisten Hunde einfach nach Hause und sich ganz normal bewegen. Trotzdem lohnt sich ein ruhiger Tag, ohne Hundesportturnier, ohne stundenlange Wanderung.

Mögliche, meist harmlose Reaktionen:

Solche Beschwerden verschwinden in der Regel innerhalb von ein, zwei Tagen von selbst. Anders sieht es aus bei Atemnot, starken Schwellungen im Gesicht, wiederholtem Erbrechen, Kollaps oder ausgeprägter Schwäche, dann sofort zum Tierarzt. Solche schweren allergischen Reaktionen sind zum Glück selten, müssen aber rasch behandelt werden.

Fazit

Ein Impfplan für Hunde nach Alter startet mit mehreren Terminen im Welpenalter, wird nach der Grundimmunisierung individuell weitergeführt und bei Seniorhunden an den jeweiligen Gesundheitszustand angepasst. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und ein ehrliches Gespräch mit der Tierarztpraxis helfen dabei, wirksamen Schutz zu erreichen, ohne den Hund mit unnötigen Impfungen zu belasten.

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